Klimakammer

ESD-Klimakammer: Materialprüfung bei definierter Temperatur und Luftfeuchte

Prüfen unter realen Bedingungen – 48 Stunden bei 12 ± 3 % relativer Feuchte, so wie es die Norm für die Produktqualifizierung vorsieht.

Klimakammer

Prüfen unter realen Bedingungen

Einzigartige Klimakammer für ESD-Messungen bei definierter Temperatur und Luftfeuchte.

Temperatur+15 … +30 °C
Luftfeuchte12 % … 60 % r.F.
KonformitätDIN EN IEC 61340-5-1
DokumentationVollständig

Prüfumfang

Was wir in der Kammer prüfen

Alles, dessen ESD-Eigenschaften an der Luftfeuchte hängen – und das ist nahezu alles, woraus eine EPA gebaut ist. Gemessen wird nach dem Prüfverfahren der Reihe 61340, bewertet gegen den Grenzwert der Hauptnorm:

PrüfgegenstandPrüfverfahrenGrenzwert
Bodenbeläge und BodenbeschichtungenIEC 61340-4-1Rg unter 1 × 109 Ω
Arbeitsflächen, Matten, Regale, WagenIEC 61340-2-3Rg unter 1 × 109 Ω
Stühle und SitzgelegenheitenIEC 61340-2-3Rg unter 1 × 109 Ω
ESD-Schuhe (Produktqualifizierung)IEC 61340-4-3unter 1 × 108 Ω
Schuh und Boden zusammen, als SystemIEC 61340-4-5unter 1 × 109 Ω und Körperspannung unter 100 V
EPA-BekleidungIEC 61340-4-9Punkt-zu-Punkt unter 1 × 1011 Ω; erdungsfähige Systeme unter 1 × 109 Ω
ESD-Handschuhe und FingerlingeEN 16350unter 1 × 108 Ω
Verpackung – ableitfähig und leitfähigIEC 61340-2-3 / -5-3leitfähig unter 1 × 104 Ω; ableitfähig 1 × 104 … 1 × 1011 Ω
Abschirmende BeutelIEC 61340-4-8Energie unter 20 nJ

Muster genügen – eine Bodenfliese, ein Meter Matte, ein Paar Schuhe, ein Kittel, eine Handvoll Beutel. Es muss nichts vorher verlegt oder eingerichtet werden.

Der Grund

Warum trockene Luft der ehrliche Prüffall ist

Die Ableitfähigkeit der meisten ESD-Materialien beruht auf Feuchtigkeit. Rußgefüllte Materialien leiten über ihren Füllstoff und bleiben stabil; viele oberflächenbehandelte oder hygroskopische Materialien leiten über einen Wasserfilm, den trockene Luft schlicht entfernt. Zwischen feuchtem Sommer und trockener Heizperiode kann sich derselbe Boden um eine Zehnerpotenz verschieben – der Grenzwert verschiebt sich nicht mit.

Die praktische Folge ist unbequem: Ein Material, das im Juli besteht, sagt über den Januar nichts – und der Januar ist genau die Zeit, in der die Feldausfälle anfangen. Daraus folgen zwei Dinge. Die wiederkehrende Prüfung gehört in die trockene Jahreszeit; wer im Winter besteht, besteht das ganze Jahr. Und die Qualifizierung neuen Materials lässt sich nicht bei den Bedingungen erledigen, die am Prüftag zufällig herrschen.

Was die Norm sagt

48 Stunden bei 12 ± 3 % relativer Feuchte und 23 ± 2 °C

Die DIN EN IEC 61340-5-1 trennt zwei Dinge, die oft verwechselt werden. Die Konformitätsprüfung ist die wiederkehrende Kontrolle Ihrer EPA unter Betriebsbedingungen – das ist die Messdienstleistung. Die Produktqualifizierung fragt, ob ein Material überhaupt geeignet ist, und dafür sieht die Norm eine Konditionierung von 48 Stunden bei 12 ± 3 % relativer Feuchte und 23 ± 2 °C vor der Messung vor.

Diese zwei Tage sind keine Formalie. Ein Bodenbelag, der im Lager bei 60 % Feuchte stand, trägt Feuchtigkeit in sich, die anderthalb Tage braucht, um herauszugehen. Wer zu früh misst, misst das Lager und nicht das Material.

Unsere Kammer deckt +15 bis +30 °C und 12 bis 60 % relative Feuchte ab – der Qualifizierungspunkt liegt mit Reserve nach beiden Seiten darin, die Bedingung wird also gehalten und nicht nur angefahren.

Was sich mit der aktuellen Ausgabe sonst geändert hat: DIN EN IEC 61340-5-1:2025 (Übergangsfrist bis Juni 2027).

Aus der Praxis

Was typischerweise durchfällt – und warum

Vier Muster kommen immer wieder. Keines davon steht im Datenblatt:

  • Oberflächenbehandeltes Material, das austrocknet
    Beschichtungen und Behandlungen, die über einen Feuchtefilm wirken, verlieren in trockener Luft ihre Wirkung. Der Datenblattwert wurde bei 50 % Feuchte gemessen – nur stand das nirgends dabei.
  • Bekleidung ohne leitfähiges Gitter
    Ein Kittel aus reinem Polyester mit antistatischer Ausrüstung verhält sich bei 12 % völlig anders als ein Kleidungsstück mit eingewebtem Kohlenstoffgitter. Der Unterschied zeigt sich erst im Trockenen.
  • Gealterter Schaumstoff und alte Verpackung
    Rosa antistatischer Schaum wirkt über ein wanderndes Additiv, das über Jahre ausdünnt. Ein Beutel aus dem Regal kann deutlich außerhalb des Bereichs liegen, den ein neuer eingehalten hat.
  • Handschuhe und Fingerlinge
    Die dünnste Schicht zwischen Hand und Baugruppe – und oft die unbeständigste. Trockene Hände, trockene Luft, ein Handschuh am Limit: Dann endet die Personenerdungskette, bevor sie das Bauteil erreicht.

Das Ergebnis

Wie ein Qualifizierungsbericht aussieht

Nichts, was im Audit angreifbar wäre, fehlt darin:

1

Muster und Kennzeichnung

Was geprüft wurde, aus welcher Charge, unter welcher Lieferantenbezeichnung.

2

Konditionierung

Beginn, Ende und der aufgezeichnete Verlauf von Temperatur und Feuchte über die vollen 48 Stunden – nicht nur der Wert am Schluss.

3

Verfahren und Messmittel

Das Prüfverfahren der Reihe 61340, das eingesetzte Messgerät und dessen Kalibriernachweis.

4

Messwerte je Messpunkt

Jeder Punkt einzeln, nicht eine Sammelzahl für das ganze Muster.

5

Grenzwert und Bewertung

Der Grenzwert der Norm neben dem Messwert und eine klare Aussage bestanden oder nicht.

Die Messmittel kalibrieren wir im eigenen Labor, und die Kammer steht auch für Kalibrierungen unter definierten Bedingungen zur Verfügung. Mehr zu Messungen und Kalibrierung.

Häufige Fragen

Warum muss ESD-Material bei trockener Luft geprüft werden?

Weil der Widerstand der meisten ESD-Materialien an der Luftfeuchte hängt. Ein Boden, der im Juni bei 55 % relativer Feuchte komfortabel unter dem Grenzwert liegt, kann im Februar bei 20 % eine Zehnerpotenz darüber liegen. Eine Messung in behaglicher Sommerluft sagt über den Winter nichts aus. Trockene Luft ist nicht der gemeine Prüffall – sie ist der ehrliche.

Was genau verlangt die Norm für die Qualifizierung?

Für die Produktqualifizierung sieht die DIN EN IEC 61340-5-1 vor, das Material vor der Messung 48 Stunden bei 12 ± 3 % relativer Feuchte und 23 ± 2 °C zu konditionieren. Zwei Tage in definiert trockener Luft, nicht ein schneller Durchgang mit dem Handmessgerät. Genau dafür ist eine Kammer da – und deshalb sind Qualifizierung und wiederkehrende Konformitätsprüfung zwei verschiedene Dinge.

Müssen wir Material qualifizieren, das schon verlegt ist?

Die Norm will die Qualifizierung, bevor ein Material Teil Ihrer EPA wird – idealerweise prüfen Sie also vor dem Kauf und nicht, nachdem 400 Quadratmeter liegen. Ist der Boden schon drin, sagt Ihnen eine Prüfung unter konditionierten Bedingungen trotzdem, was Sie im nächsten Winter erwartet: besser vor der Heizperiode als mittendrin.

Prüfen Sie auch Material, das wir nicht bei Ihnen gekauft haben?

Ja. Die Kammer ist eine Dienstleistung, kein Verkaufsargument – wir prüfen Muster jedes Lieferanten, und im Bericht steht, was gemessen wurde. Das ist der Sinn der Sache: Ein Lieferant, der sein eigenes Material prüft, hat ein Interesse am Ergebnis; eine unabhängige Messung ist das, was der Auditor Ihres Kunden akzeptiert.

Was bekommen wir am Ende?

Einen Qualifizierungsbericht: Muster und Kennzeichnung, Konditionierungszeitraum mit aufgezeichneter Temperatur und Feuchte, Prüfverfahren und Messmittel samt Kalibriernachweis, die Messwerte je Messpunkt, den Grenzwert der Norm und eine klare Bewertung dagegen. So aufgebaut, dass er unverändert in Ihre Kontrollprogramm-Dokumentation wandern kann.

Muster prüfen lassen

Schicken Sie uns das Material – eine Fliese, einen Meter Matte, ein Paar Schuhe, einen Kittel, ein paar Beutel – und sagen Sie uns, wofür es eingesetzt werden soll. Sie bekommen ein Angebot, bevor gemessen wird.

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